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HG 2/3 Nr. 7

Unsere "Reserve"

Die HG 2/3 Nr. 7 war eine von acht Dampflokomotiven dieses Typs, die zwischen 1890 und 1908 von der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik (SLM) in Winterthur gebaut und an die Visp-Zermatt-Bahn (VZ), heute Teil der Matterhorn Gotthard Bahn (MGB), ausgeliefert wurden.

Die Lokomotiven trugen die chronologisch vergebenen Nummern von 1 bis 8 und wurden zus├Ątzlich auf die Namen von Bergen rund um Zermatt getauft. Die Nr. 7 erhielt die Bezeichnung "Breithorn". Da die Strecke der VZ von Visp nach Zermatt stetig ansteigend ohne Gegengef├Ąlle trassiert wurde, konnten die Feuerb├╝chsen der Lokomotiven mit horizontal liegender Decke gebaut werden.

Dies bedingt, dass die Lokomotiven stets mit dem Kamin bergw├Ąrts an den Z├╝gen verkehren. Dadurch konnte auf den Einbau von Drehscheiben zum Abdrehen der Lokomotiven verzichtet werden.

Die Loks wurden im Laufe der Jahre mehrmals umgebaut und verbessert. Die gr├Âsste Verbesserung stellte der Umbau auf Heissdampf dar, der bei sechs Maschinen zwischen 1913 und 1926 durchgef├╝hrt wurde und Kohleneinsparungen von bis zu 18 Prozent erm├Âglichte. Die "Breithorn" wurde 1921 umger├╝stet.

Nach der Elektrifizierung der VZ im Jahre 1929 wurden die f├╝nf ├Ąltesten Lokomotiven ausser Dienst gestellt. Drei St├╝ck blieben als Reserve zun├Ąchst erhalten. Die Lok Nr. 7 stellte bis zur Ablieferung der Diesellok HGm 2/2 Nr. 75 im Jahr 2002 ├╝ber Jahre das einzige oberleitungsunabh├Ąngige Triebfahrzeug der inzwischen in Brig-Visp-Zermatt-Bahn (BVZ) umgetauften Bahngesellschaft dar, das auch auf Zahnstangenabschnitten verkehren konnte.

Die Lok wurde daher vor allem im Fahrleitungsbau und bei der Schneer├Ąumung eingesetzt, zuletzt nach dem Bergsturz von Randa im Jahr 1991. Daneben verkehrte sie regelm├Ąssig im Nostalgieverkehr der BVZ. Zu diesem Zweck erhielt die Lokomotive im Jahr 2001 durch die Dampflokomotiv- und Maschinenfabrik (DLM) in Winterthur, der Nachfolgefirma der SLM, einen neuen Kessel mit Leicht├Âlfeuerung.

Zusammen mit drei restaurierten historischen Personenwagen und einem Sommerwagen kam sie danach mehrfach im Jahr auf dem Streckennetz der Matterhorn-Gotthard-Bahn (MGB) zum Einsatz. Zus├Ątzlich zu den Sonderz├╝gen von Brig nach Zermatt wurden Fahrten auf der ehemaligen Strecke der Furka-Oberalp-Bahn (FO) nach Oberwald angeboten. Im Sommer 2002 kam sie gemeinsam mit der Schwesterlokomotive Nr. 6 auf der Furka-Bergstrecke zum Einsatz, blieb aber hinter deren Leistungen zur├╝ck.

Im Sommer 2009 ging die Lok ┬źBreithorn┬╗ als Leihgabe an die DFB ├╝ber, 2018 konnte sie von der Matterhorn Gotthard Bahn definitiv ├╝bernommen werden. 2010 und 2011 wurde die Lok fahrplanm├Ąssig eingesetzt. Bedingt durch die geringere Leistung des ├Âlgefeuerten Neubaukessels war dies jedoch nur auf dem flacheren Abschnitt Oberwald-Gletsch und mit reduzierter Anh├Ąngelast m├Âglich.

Seit Herbst 2011 ist die Lok remisiert. Es ist angedacht, im Rahmen einer Totalrevision in der DFB-Werkst├Ątte Uzwil wieder den noch vorhandenen kohlegefeuerten Originalkessel aufzubauen.

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