Realp - Furka

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Reisebericht Realp - Tiefenbach - Furka

Die Reise mit der Dampfbahn Furka-Bergstrecke (DFB) beginnt am Rande des Dorfes Realp (Kanton Uri), in einem Hochtal nahe des St.Gotthard-Passes, wenige Kilometer hinter dem Wintersportort Andermatt. In direkter Nachbarschaft zum Bahnhof der Furka-Oberalp-Bahn (FO) befindet sich auf 1546 m über Meer der Einsteigebahnhof der Dampfbahn. Hier ist auch ein Parkplatz für die individuell im Auto oder mit Bussen anreisenden Gäste. Über die 1997 neuerstellte, rollstuhlgängige Bahnsteiganlage können die mit offenen Aussichtswagen und historisch aufgearbeiteten, geschlossenen Reisezugwagen bestiegen werden. Wenn dann dem Zug eine der über 80 Jahre alten, mit zeitgemässer Technik nachgerüsteten Dampfloks vorgespannt wurde, dann kann zur Erlebnisfahrt nach Furka und Gletsch (am Rhonegletscher) gestartet werden.

 

Der erste Aufstieg beginnt

Der Lokführer lässt den Dampf in die Zylinder strömen, und langsam setzt sich der Zug in Bewegung. Nach der Abfahrt wendet sich die Bahnstrecke dem Flussbett der jungen Furkareuss zu. In Fahrtrichtung verschwindet der FO-Schienenstrang im Dunkel des 1982 eröffneten und 15,44 km langen Furka-Basistunnels. Rechts kann die Anlage des DFB-Stützpunktes Realp bewundert werden, wo in einem dreigleisigen, 1989/90 errichteten Depotgebäude auch die meisten Fahrzeuge gewartet werden. Nun beginnt eine vorerst sanfte Steigung, während das Streckengleis der plätschernd dahinfliessenden Reuss folgt. Entlang erster Felswände trifft die rauchende Lok mit ihrer Dreiwagen-Komposition auf die links einmündende Witenwasseren-Reuss, die von den Schnee- und Eisfirnen am Bianco-Bergmassiv gespiesen wird.

Der Lokführer bremst seinen Zug auf rund 10 km/h Geschwindigkeit ab, damit die Triebzahnräder der Lok und die Bremszahnräder der Wagen mit einem metallischen Schlaggeräusch in die nun beginnende Abt-Zahnstange einrasten können. Im sicheren Griff dieses über 100 Jahre alten Antriebsystems gewinnt die gutbesetzte Komposition in einer ersten 110 Promille steilen Rampe schnell an Höhe. Bald wird die Reuss auf der Wilerbrücke erstmals überquert. Über das nach einem Einsturz 1955 als Stahlkonstruktion errichtete Bauwerk wechselt der Zug nun an die rechte Talflanke, wo die Trasse durch steilabfallendes Gelände führt.

 

Tunnels und Brücken

Das Tal wird nun immer enger, und der Gleisstrang windet sich in einigen Kurven mit gleichbleibender Steigung durch karge Steilhänge. Verschiedene Aufforstungen sollen hier die Errosion verlangsamen und damit die Dampfbahn vor Murenabgängen schützen.

Während der Heizer regelmässig Kohle in die Feuerbüchse wirft, nähert sich der Zug den drei Alt-Senntumstafel-Tunnels. Dem Lokkamin soll nun möglichst wenig Rauch entweichen, um die Fahrgäste während der Durchfahrt durch die kurzen Felsdurchstichen nicht zu belästigen. Das stossweise ertönende Auspuffgeräusch der treibenden Maschine hallt von den Tunnelwänden, und der Dampf hüllt den Zug ein. Inzwischen ist der Zug bereits auf fast 1800 m über Meer hochgeklettert, und die Furkareuss kann weiterhin in ihrem steinigen Bett bewundert werden.

Das Tal wird allmählich wieder breiter. Man sollte sich aber nicht von den auftauchenden Berggipfeln ablenken lassen. Denn nun folgt das wichtigste Bauwerk auf der Urner Seite der Furka-Bergstrecke: Donnernd rollt die Komposition auf die berühmte Steffenbachbrücke. Rund 36 m hoch überquert diese ungewöhnliche Konstruktion einen unscheinbaren Bergbach. Ihr Klappmechanismus erlaubt es, die drei Brückenteile über die Wintermonate vor Lawinen geschützt in Sicherheit zu bringen.

Während unten im Urserental bei Realp bereits die warme Sommersonne zu spüren war, ist hier oben auf 1800 m Meereshöhe soeben der Frühling eingekehrt. Bis im Juli sind die letzten Schneemassen endlich weggeschmolzen und die ersten Blumen spriessen. Im August können dann die Alpenrosen in intensivem Rot bewundert werden. Der Sommer beschränkt sich in den Hochalpen rund zwei Monate, während denen eine zauberhafte Flora und zahlreiche Kühe und Rinder auf ihren Alpweiden die Fahrgäste begeistern.

 

Kreuzungsstation Tiefenbach

Die Bahntrasse erreicht nun Kalt Herbrig, wo der Zug auf flachem Abschnitt wieder die Zahnstange verlässt. Hier hält er in der Station Tiefenbach (1849m ü.M.). Unweit der Haltestelle befindet sich die Wasserfassung zur Zuleitung des im Nachbartal liegenden Göscheneralp-Stausees. Das Stationsgebäude zeigt sich nur mit der vorderen Fassade, da es zum Schutz vor den alljährlich herunterdonnernden Lawinen vollständig in den Berg hineingebaut wurde.

Nach kurzem, zum Wasserfassen genutzten Aufenthalt kündigt ein schriller Pfiff aus der Lokpfeife die Weiterfahrt an. Unmittelbar nach der Ausfahrtsweiche beginnt ein weiterer Zahnstangenabschnitt, in welchem die Dampfbahn wiederum in max. 110 Promille Steigung zur Station Furka hochsteigt.

Die Furkareuss führt nun mehr Wasser und kann sich je nach Jahreszeit und Niederschlägen richtig wild gebärden. Auf der rechten Wagenseite verläuft ein neuerstellter Pfad entlang den Schienen. Er dient während der Viehsömmerung dem Hirten der Alp Steinstafel als Fahrweg, um die Milch seiner Tiere in die Talkäserei bringen zu können.

Der Schienenweg führt nun über mehrere Kurven durch den Rutschhang „Bärentritt”, der mit Rundholzbarrikaden gesichert ist. Nun kann auch der obere Teil des mit Garschen bezeichneten Tales überblickt werden. An der rechten Bergflanke bringt der Tiefenbach seine Gischt in den Talgrund. Hoch oben liegt die gleichnamige Kleinsiedlung mit Hotel an der Furka-Passstrasse. Neben dem Gleis schmiegt sich links ein Stall an einen grossen freistehenden Felsblock. Dahinter steht das Wohnhaus der Sennerfamilie. Ihre Kinder jubeln den meisten Zügen zu und schwenken dabei ihre Taschentücher.

Das Interesse der Passagiere verdient hier der Steinstafel-Viadukt, der mit fünf Natursteinbogen die Furkareuss überbrückt. Die Trasse führt nun an die linke Talseite, wo sie am Hang ohne weitere Kurven zum Scheiteltunnel hochsteigt. Verschiedene Wasserläufe werden dabei überquert. Als grösseres Bauwerk wird die Sidelenbachbrücke befahren, wo die Weiden des Sidelenstafels beginnen. Man befindet sich hier bereits auf einer Höhe von 1950m ü.Meer. Nach wie vor steigt der Zug keuchend und schnaubend die Rampe hoch. Die Lok fährt dem „Blauberg” entgegen, an dessen abweisenden Geröllhalden noch Schneereste glänzen. Diese werden wohl kaum vor dem erneuten Winterbeginn um Ende Oktober wegschmelzen.

Neugierig gucken die Milchkühe mit ihren Glocken sowie die jungen Rinder auf die laut zischende Komposition. Nach der Vorbeifahrt wenden sie sich dann aber wieder dem begehrten Gras der Alpwiesen zu.

 

Kreuzungsstation Furka

Nach rund 50 Minuten abwechslungsreicher Fahrt verlässt der Zug erneut die Zahnstange, um in die Station Furka (2163m) einzufahren. Bis Ende der Betriebsaison 1999 endete hier die Strecke der DFB-Dampfbahn. Das wiederum in den Hang gebaute Haltestellengebäude beherbergt die Diensträume mit der neu eingerichteten Sicherungsanlage (Streckenblock im Scheiteltunnel). Neben Toiletten wartet auch ein gemütliches Kleinrestaurant auf Wanderer und Eisenbahnfreunde, die sich hier während dem Zwischenhalt der Züge erfrischen können.

Die Dampflok darf sich aber nicht ausruhen, denn sie muss auf der neurestaurierten Drehscheibe für die Talfahrt nach Gletsch abgedreht werden. Mit Rücksicht auf den Wasserstand im Kessel wird nämlich in der Regel mit dem Führerstand in Fahrtrichtung gefahren.

Naturfreunde können bei guter Witterung die Gipfel des kleinen Furkahorns und des Muttenhorns beobachten. In der Ferne grüssen auch einige Berge der Oberalpregion.

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