Furka - Gletsch

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Reisebericht Furka - Scheiteltunnel - Muttbach - Gletsch

Furka-Scheiteltunnel

Nach dem Abfahrbefehl verschwindet der kobaltblaue Zug im Furka-Scheiteltunnel, der unmittelbar nach der Station beginnt und heute signalmässig befahren wird. In den Aussichtswagen schützen Rollläden vor der Rauchbelästigung. Die 1874 m lange Tunnelröhre unterfährt den 2758m hohen Blauberg. Dieses Bergmassiv bildet die Grenze zwischen den Kantonen Uri und Wallis und trägt auch die Furka-Passhöhe.

Die geologischen Verhältnisse im Tunnelbauwerk sorgten nicht nur während seiner Bauzeit (1913-16) für Schwierigkeiten. Auch die Restaurierung in den 1990er Jahren erforderte grosse Anstrengungen, weshalb der durchgehende Betrieb von Realp nach Gletsch erst am 14. Juli 2000 aufgenommen werden konnte.

Nach rund zehnminütiger Fahrt durch den dunklen Scheiteltunnel kündigen erste Sonnenstrahlen das Westportal an, das den Zug schliesslich ins nicht minder gebirgige Wallis entlässt.

 

Kreuzungsstation Muttbach-Belvédère (2120 m)

Direkt nach dem Tunnelausgang ermöglicht wiederum eine Station das Kreuzen von Zügen. Die Anlage ist auf dem Ausbruchmaterial des Scheiteltunnels entstanden und trägt den Namen des Bergbaches, der links vom Muttgletscher hinunterstürzt. Der Begriff Belvédère weist auf den berühmten Aussichtspunkt hin, wo oben am Rhonegletscher das gleichnamige Traditionshotel mit der Eisgrotte thront.

Die hier zu entdeckende Landschaft steht unter europäischem Schutz und sorgt für Begeisterung und Bewunderung. Nach der Ausfahrweiche der Kreuzungsstation beginnt umgehend der Abstieg in einer 118 Promille steilen Rampe, die wiederum mit einer Abt-Zahnstange bestückt ist. Stampfend und zischend fährt die Zugskomposition talwärts. Der Dampf wird auch zum Bremsen der rund 44 t schweren Lok benützt. Auch die Zahnräder der Wagen helfen den Zug in langsamer Fahrt zu halten. Auf der rechten Wagenseite fällt das Gelände zum mit seltener Flora bewachsenen Gletschboden ab.

 

Strassenübergang Muttbach

Neben der Bahnstrecke zeigt sich nun die Furka-Passstrasse, welche es bald zu überqueren gilt. Die Erinnerung an den ehemaligen Niveauübergang ist vielen Leuten noch präsent. Er war den Automobilisten ein störendes Hindernis, das sie früher nur vorsichtig befahren durften. Die über den Strassenbelag führende, leicht erhöhte Zahnstange sorgte für manch gefährlichen Sturz von Zweiradfahrern. Diese Strassenüberquerung war für die DFB neben dem Scheiteltunnel die zweite grosse Herausforderung, die es mit vertretbaren Kosten zu meistern galt. Als erstes Projekt wurde eine Unterführung geplant, die aus finanziellen Gründen aber nicht realisierbar war. Die Lösung fand man schliesslich in einer Gleisverlegung mit Veränderung der Niveauverhältnisse, womit auf die störende Zahnstange im Bereich der Strasse verzichtet werden konnte.

Der Dampfzug hat inzwischen den Bahnübergang Muttbach erreicht. Früher mit roten Warnflaggen, neuerdings werden die Strassenbenützer mittels Lichtsignal gestoppt, das der Lokführer mit Funk aktivieren kann. Erst wenn der letzte Reisezugwagen den Bahnübergang überquert hat, darf der Strassenverkehr wieder über die beiden Schienen rollen.

Auf einem letzten Zahnstangenabschnitt mit 118 Promille Maximalneigung steigt die DFB-Strecke nun nach Gletsch hinunter. Links oben sieht man weiterhin die Furka-Passstrasse, über die sich an schönen Sommertagen eine Menge Postautos, Motorrad- und Fahrradfahrer, Automobilisten und Reisebusse schlängeln. Interessanter ist aber die Sicht auf der rechten Wagenseite, wo man einen unvergleichbar zauberhaften Ausblick auf den weltbekannten Rhonegletscher erhaschen kann. Bei seiner jahrhundertealten Eismasse entspringt auch die Rhone, im deutschsprachigen Wallis als Rotten bezeichnet. Das bizarre Eis ist zum Greifen nahe. Auch das Hotel Belvédère am Gletscherrand ist gut erkennbar. Es entstand vor der Eisenbahnstrecke und konnte zur damaligen Zeit nur mit der Pferdekutsche oder zu Fuss erreicht werden. Bei diesen Gebäulichkeiten ist noch heute die Besichtigung der rund 100 m langen Eishöhle oder eine geführte Gletscherüberquerung möglich.

 

Historische Siedlung Gletsch

Bald ist auf der rechten Seite das Blauhaus und das ehemalige Seiler-Hotel Glacier du Rhône erkennbar. Der Zug verringert seine Geschwindigkeit. Ein zweites Mal muss nun die Passstrasse überquert werden. Ein Lichtsignal sperrt den Übergang, damit der Zug nach der Zahnstangenausfahrt den Strassenbelag vorsichtig überqueren kann. Mit einem schrillen Pfiff fährt die Dampflok auf das Bahnhofsgelände von Gletsch (1762 m) ein. Rund 90 Fahrtminuten sind seit der Abfahrt in Realp vergangen. Vom Bahnsteig bewegen sich die aussteigenden Fahrgäste auf einer Eisenbrücke über die Rhone zum Aufnahmegebäude, wo im DFB-Kiosk interessante Souvenirs angeboten werden. An der Hauptstrasse können die gelben Postbusse zur Fahrt über den Grimselpass nach Meiringen oder über den Furkapass nach Realp und Andermatt bestiegen werden. Es wird empfohlen, bei einer Wanderung über den Naturlehrpfad die Flora im Gletschboden zu erkunden.

Der Dampfzug setzt nach kurzem Halt seine Fahrt in Richtung Oberwald fort.

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