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Verein Furka-Bergstrecke Sektion Nordwestschweiz - Ausflug 03.10.2020

Kohlebergwerk „Käpfnach“, Horgen

Fritz Brunner (Film), Urs Degen (Bericht) 

Pünktlich um 08.06 Uhr fuhr der IC-Zug mit den Teilnehmern in Basel SBB ab. Nach dem Umsteigen in Zürich HB kamen wir bei strömenden Regen in Horgen an. Nach dem herzhaften Ruf - Glück auf! – begann die 1.4 km lange Fahrt mit der Stollenbahn. Dieser Bergmannsgruss wurde im 16. Jahrhundert von den Bergleuten im Erzgebirge (D) zur Unterscheidung des alltäglichen Grüssens eingeführt. Die Zwischenhalte benutzte der kompetente Bergwerkführer uns die Gesteinsschichten, die Entstehung der Kohlevorkommen und den Abbau zu erklären. Ein kurzer Fussmarsch in gebückter Haltung durfte auch nicht fehlen. Zur Abrundung wurde ein Film aus dem Jahre 1943 gezeigt, worin das harte Leben der Bergmannsarbeit bis zur Verwertung der Produkte deutlich wurde. Die Schutzpatronin «Barbara» der Bergleute war immer dabei!

Das Bergwerk «Käpfnach» ist ein ehemaliges Braunkohle- und Mergel-Bergwerk. Mit einer Stollenlänge von 80 km ist es das grösste seiner Art in der CH. Das Kohlenflöz entstand in der Süsswassermolasse in 16 Mio. Jahren. Das Flöz mit zahlreichen Schwefeleinschlüsse erreicht im Ø eine Mächtigkeit von nur 20 – 25 cm. Die Nebengesteine (eisenhaltiger) Mergel-Ton/-Kalk/-toniger Sandstein wurde als Rohmaterial für Ziegel und Käpfnacher-Zement oder als Dünger verwendet. In den Gesteinsschichten sind u. a. Versteinerungen von Farnen, Eichen, Zypressen, Krokodilen enthalten.

Seit des 14. Jh. ist eine Ziegelei nachweisbar und die ersten schriftlichen Zeugnisse eines Kohlevorkommens sind seit 1548 aktenkundig. Um 1663 wurde die Kohle auch zur Produktion von Ziegeln verwendet. Der erste regelmässige Kohlenabbau fand für kurze Zeit um 1708 statt. Ein staatlicher Abbau erfolgte während 127 Jahren bis 1910. Von 1917 – 1921 (1. Weltkrieg) und 1941 – 1947 (2. Weltkrieg) betrieb Max Zschokke, angetrieben von der Kohlennachfrage, den aufwändigen Bergwerkbau. Aus wirtschaftlichen Gründen wurde das Bergwerk 1947 endgültig stillgelegt.

Die über 25 Teilnehmer waren von der Darbietung und dem fachkundigen Bergwerkführer sehr beeindruckt und danken dem Bergwerkverein für die grosse Arbeit zur Erhaltung der Industriekultur. Kaum aus dem Stollen erleben wir noch vor dem Mittagessen auf der naturgeschützten Halbinsel Au ein Prachtwetter. Vom Landgasthof aus geniessen wir die einmalige Aussicht auf den Zürichsee und die Alpen. Eine einstündige Seefahrt mit der «PANTA RHEI» und die SBB brachte uns alle zufrieden um 19.15 Uhr nach Basel zurück. 

Erstmals können wir ein Video auf YouTube präsentieren. Link:  https://youtu.be/qM9zxrpXlZg

Ein grosses Dankeschön für unser VFB-Mitglied Fritz Brunner zur repräsentativen Erinnerung unseres Herbstausfluges. 

08.10.2020/UD

Kohlenflöz

Schutzpatronin "heilige Barbara"

Stollen mit Lore

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