VFB Sektion Ostschweiz - Bauwoche 43-2020

Einsatz 18. - 23.10.2020

Ein für die Sektion Ostschweiz bescheidenes Grüppchen von neun arbeitswilligen Frondienstlern traf sich am späten Sonntagnachmittag zur traditionellen Frondienstwoche in Realp. Corona-bedingt und einige Ausfälle aus gesundheitlichen Gründen haben die Gruppe auf ein unüblich kleines Grüppchen dezimiert. Erfreulicherweise waren uns dieses Jahr die Wettergötter gewogen, bis Donnerstag angenehmes und meist sonniges Wetter. Der Regen am Freitag konnte die gute Laune der Frondienstler nicht mehr trüben. Sprechen wir nun von den gemeisterten Aufgaben. Nebst kleineren Aufgaben ennet der Furka in Oberwald lautete die Devise der Hauptaktivität: Aus Alt mach Neu!!! Eine kleine, in die Jahre gekommene Brücke zwischen Lokremise und Lager Gehren musste abgerissen und neu erstellt werden. Das heisst Gleis ausbauen, Schotter entfernen, Brücke abreissen, Widerlager teilweise neu ausmörteln, die neue etwa 15 Tonnen schwere Brückenplatte mit Bitumen gegen Feuchtigkeit und Wassereindringen vorbereiten, die Platte einfahren, Gleis wieder einbauen und schlussendlich neuen Schotter einbringen. Um ganz genau zu berichten, die neue Brückenplatte wurde in den Wochen zuvor etwas abseits der Baustelle durch eine Gruppe von Lehrlingen ebenfalls im Frondienst vorfabriziert. Es war ein hartes Stück Arbeit die alte Brücke abzubauen. Zuerst ein Auftrennen und anschliessend ein Rückziehen des Schienenstücks aus der Brückenzone. Mit Presslufthämmern musste der Beton zwischen mehreren Stahlträgern der Brücke abgebaut, die Träger ausgehoben und das gesamte Abbruchmaterial abgeführt werden. Nun wurde die spektakulärste Phase vorbereitet. Ein riesiger Autokran platzierte die neue Brückenplatte millimetergenau auf die Widerlager. Anschliessend der Rückbau mit dem Einbringen des Schotters und der Wiedermontage des Geleisstücks. Das alles in vier Tagen!!! Wir waren annähernd so schnell wie der Teufel bei der Teufelsbrücke haben wir gescherzt. Leider hatten wir keinen Geissbock der die Brücke als erster beschritt, so sind wir halt gemeinsam als Erste über die Brücke und es wartete auf der anderen Seite kein Teufel um uns in Empfang zu nehmen! Der Teufel ist wohl schon lange aus dem Tal gezogen. Es wäre ihm sicher zu langweilig, wenn ich an das „Nachtleben“ in Realp denke, es ist überhaupt nicht vorhanden. Von Tiefenbach bis Zumdorf alles geschlossen. Genau wie gehabt in den Vorjahren. Blieb uns die Kantine in Corona-Bestuhlung, das heisst maximal vier Leute pro Tisch. Trotzdem war es gemütlich. Ernst- und scherzhafte Gespräche und das Erinnern an alte Episoden, das eine oder andere Glas Wein, Bier aus dem Appenzellerland (Das dunkle habe ich schätzen gelernt) bescherten uns fünf schöne Abende ohne Fernsehen und sonstige Berieselungen durch die Medien. Im Bericht des letzten Jahres lautete der Schlusssatz so wie ich ihn für dieses Jahr sinngemäss wiederholen kann: Die Frondienstwoche ging einmal mehr schnell vorbei. Freitagnachmittag heisst «Verabschieden» und heim ins Normalleben. Ich als Innerschweizer, in der Ostschweizersektion bestens integriert, danke allen meinen guten Freunden für die schönen Stunden dieser Frondienstwoche. Ich hoffe, trotz eines Jahrringes mehr, alle wieder rüstig zu sehen und ich freue mich schon jetzt auf den Herbst 2021 mit euch an der Furka. Ein kleiner Wermutstropfen noch zum Schluss. Am Freitagabend wurden wir von Markus Geiger über einen positiven Coronafall anfangs Woche informiert. Das heisst wir feierten keine üppige Rückkehr mit den Liebsten daheim, Quarantäne bis Donnerstag kommender Woche war angesagt. Text von Beat Mueller Fotos von Albert Schneider / Kurt Aichinger / Ernst Kundert

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