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Am 13. und 14. August feiern wir 30 Jahre Realp-Tiefenbach

Seit der Inbetriebnahme des ersten Teilstücks der Bergstrecke sind drei Jahrzehnte vergangen

30 Jahre sind es im Sommer 2022 her, seit mit dem 3,6 Kilometer langen Streckenabschnitt Realp-Tiefenbach das erste Teilstück der Dampfbahn Furka-Bergstrecke in Betrieb ging. Der fahrplanmässige Betrieb wurde am 10. Juli 1992 aufgenommen, knapp 10 Jahre, nachdem der letzte fahrplanmässige Zug der Furka Oberalp-Bahn (FO) die Strecke letztmals befahren hatte.

Bis am 11. Oktober 1992 beförderte die DFB rund 6000 Passagiere. Vorerst verkehrte nur eine Zugskomposition. Die Eröffnung des ersten Teilstücks war ein Meilenstein in der Geschichte der Dampfbahn. Nach Jahren harter Arbeit war ein Teil der ehemaligen Bergstrecke erstmals wieder für den öffentlichten Betrieb befahrbar. Die Pioniere der DFB hatten in den Jahren zuvor die von der FO aufgegebene Strecke wieder frei geräumt, die Brücken und Tunnels instand gestellt, erste Loks und Wagen aquiriert sowie um Bewilligungen und Konzession gekämpft.

Mit der Aufnahme des Dampfbetriebes ging ein Traum der Dampfbahn-Pioniere in Erfüllung. Schon im Jahr darauf, am 30. Juli 1993, konnte das zweite Teilstück in Betrieb genommen werden. Nun fuhren die Züge von Realp über Tiefenbach bis zur Station Furka auf 2160 Metern über Meer. In den Jahren danach folgten weitere Inbetriebnahmen von Teilstücken, bis 2010 die Bergstrecke in ihrer gesamten Länge wieder befahrbar war.

Der erste Streckenabschnitt gehört zu den abwechslungsreichsten der ganzen Bergstrecke. Knapp einen Kilometer nach dem Ausgangspunkt in Realp auf 1546 Meter über Meer beginnt die Steilstrecke mit ihren 110 Promille Steigung. Bis die Zahnräder von Lok und Wagen in die Zahnstange eingeklinkt sind, fährt der Zug im Schritttempo. Auf der Wilerbrücke überquert der Zug erstmals die Furkareuss. Diese Stahlträgerbrücke ersetzt eine 1955 eingestürzte Steinbogenbrücke.

Die danach folgende Strecke mit den drei kurzen Alt Senntumstafel-Tunnels III, II und I ist auf zahlreichen Stützmauern erstellt, die bei Hochwasser oft unterspült werden. In diesem Bereich sind laufend aufwändige und teure Sanierungsarbeiten nötig. 400 Meter nach dem dritten Tunnel erkennt man links das Steffenbachtobel, ein berüchtigter Lawinenzug. Die 1913 erstellte, 36 Meter lange Steffenbachbrücke aus gemauerten Steinbögen wurde zerstört, bevor der erste Zug darüberfuhr.

1925 wurde an ihrer Stelle eine Stahlbrücke errichtet, die heute noch in Betrieb ist. Sie besteht aus drei Teilen. Jeden Herbst wird der Mittelteil der Brücke mit Seilwinden und Flaschenzügen nach unten geklappt und hinter dem talseitigen Widerlager in Deckung gebracht. Der obere und untere Teil wird angehoben und auf die Bahnschienen zurückgezogen, sodass die Lawinen keinen Schaden anrichten können.

Tief rechts unten erblickt man eine Wasserfassung. Das Wasser der Furkareuss wird dort durch einen acht Kilometer langen Stollen zum Göscheneralp-Stausee und von dort in die SBB-Kraftwerke Göschenen, Wassen und Amsteg geleitet.

Bei der Haltestelle Tiefenbach auf 1849 Meter über Meer nehmen die Dampfloks jeweils Wasser auf. Die rund sieben Minuten, die dafür gebraucht werden, reichen zum Aussteigen und für ein paar Schnappschüsse.

Der ersten Gästefahrten auf der Bergstrecke werden am Wochenende des 13. und 14. August 2022 ausgiebig gefeiert. In der Wagenremise in Realp wird eine Festwirtschaft aufgebaut. Ein zweiter Verpflegungspunk in Realp bildet der neue Bistro-Anbau beim Bahnhof. Bei der Station Tiefenbach steht ebenfalls eine kleine Festwirtschaft bereit. Dort wird zudem das SteamPub, der "Speisewagen" der DFB, stationiert.

Zwischen Realp und Tiefenbach verkehren an diesem Tag mehrere Extrazüge. In Realp können in einer Ausstellung die revidierte Dampfschneeschleuder sowie die vor der Revision stehende Lok 1 von der Nähe bewundert werden. Eine Schnapsbrennerei stellt während des Fests einen Spezialbrand her. Für Interessierte gibt es Führungen durch das Depot Realp.

Einen besonderen Leckerbissen offeriert die DFB bahninteressierten Fotografen und Filmern. Ihnen wird die Möglichkeit geboten, von einem abgesperrten Bereich aus die Züge beim Überqueren der sonst schwer zugänglichen Steffenbachbrücke zu filmen oder zu fotografieren. Dafür ist allerdings eine Anmeldung notwendig. Die Platzzahl ist beschränkt. Ein Anmeldeformular wird im Frühling 2022 aufgeschaltet.

Die DFB führt zudem mit einer Lok der MGBahn-Historic und DFB-Mitteleinstiegswagen Fahrten zwischen Realp und Chur bzw. Oberwald und Brig durch. Weitere Informationen zum Fest folgen im Frühling 2022.

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