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Lok HG 3/4

Lok HG 3/4

BFD HG 3/4 – Wikipedia

Geschichte

 Die damalige Bahngesellschaft Brig-Furka-Disentis (BFD) beschaffte in den Jahren 1913 und 1914 zur Betriebsaufnahme ihrer Strecke bei der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik Winterthur (SLM) die 10 Dampflokomotiven HG 3/4 Nr. 1-10, ausgefĂŒhrt als Heissdampf-Vierzylinderverbund-Maschinen mit getrenntem AdhĂ€sions- und Zahnradantrieb nach „System Abt“.

Die 10 Dampflokomotiven gingen 1926 an die als Nachfolgegesellschaft der BFD gegrĂŒndete Furka-Oberalp-Bahn (FO) ĂŒber und leisteten bis zum Abschluss der Elektrifikation im Jahre 1942 auf der gesamten 100 km langen Strecke Brig-Disentis zuverlĂ€ssig ihren Dienst.

1947 wurden die Lokomotiven Nr. 1, 2, 8 und 9 nach Indochina (heutiges Vietnam) verkauft, wo Sie auf der Strecke Song Pha – Dalat bis in die Siebzigerjahre im Einsatz standen.

In einer beispiellosen Aktion wurden die 4 Lokomotiven, soweit noch vorhanden, im Jahre 1990 durch die DFB in die Schweiz zurĂŒckgeholt.

Nach der vom Reichsbahnausbesserungswerk Meiningen ausgefĂŒhrten Aufarbeitung stehen die beiden Lok Nr. 1 und 9 seit 1993 wieder an der Furka im Einsatz.

Lok 6 und Lok 7 versahen noch fĂŒnf Jahre bei den Voies FerrĂ©es du DauphinĂ© sĂŒdlich von Grenoble Dienst vor schweren GĂŒterzĂŒgen (150'000 km Laufleistung!). Die Maschinen wurden 1951 verschrottet. Aber Teile des ausgebauten Zahnradantriebs von Lok 6 blieben erhalten und wurden von Freiwilligen der Chemins de Fer du Vivarais im französischen Zentralmassiv vor dem AlteisenhĂ€ndler gerettet und gelangten 1998 als Ersatzteile wieder an die Furka.

Als einzige der 10 Lokomotiven hat die Lok 4 ihre Heimat nie verlassen. Sie wurde von der FO als fahrleitungsunabhĂ€ngiges Triebfahrzeug bis in das Jahr 1972 eingesetzt und schliesslich in MĂŒnster remisiert.

Nach einer in den Achziger Jahren durch Mitglieder des Oberwalliser Eisenbahnamateur Klubs (OEAK) erfolgten Aufarbeitung kam sie von 1990-1997 gelegentlich auf den AdhĂ€sionsabschnitten Brig-Mörel und Niederwald-Oberwald fĂŒr Extrafahrten zum Einsatz.

1997 konnte die DFB die Lok 4 als Leihgabe der FO ĂŒbernehmen und unterzog sie in rund 18`000 freiwilligen Arbeitsstunden durch eigene Fachspezialisten in der Werkstatt Chur einer grundlegenden Revision.

Seit 2006 verkehrt die Lok 4 im Originalzustand wieder an der Furka.

Am 12.08.2010, dem Tag der Wiedereröffnung des letzen DFB-Streckenabschnitts Gletsch-Oberwald, wurde die Lok F.O.4 von der Matterhorn Gotthard Bahn (MGB, entstanden aus der Fusion der beiden Bahngesellschaften FO und BVZ) der DFB als Geschenk definitiv ĂŒbergeben.

Technische Daten

Hersteller: SLM (Schweizerische Lokomotiv- und Maschinenfabrik)

Baujahr: Lok 1: 1913 

Lok 4: 1913

Lok 9: 1914

Max. Geschwindigkeit AdhÀsion: 45 km /h

Max. Geschwindigkeit Zahnrad: 20 km/h

Dienstgewicht: 42 t

LĂ€nge ĂŒber Puffer: 8'754 mm

Triebraddurchmesser: 910 mm

Laufraddurchmesser: 600 mm

Zahnrad Teilkreis: 688 mmZahnrad

ZĂ€hne/Teilung: 18 ZĂ€hne / 120 mm (Abt 2-lamellig)

AnhĂ€ngelast 110 ‰ Steigung: 60 t

Antrieb

System: Getrennte AdhÀsions- & Zahnradmaschine nach System Abt als Heissdampf Vierzylinderverbund

Bremsen: Vakuumbremse Riggenbach'sche Gegendruckbremse

Steuerung AdhÀsion Walscherts Kolbenschieber

Steuerung Zahnrad: Joy Kolbenschieber

Zylinderdurchmesser AdhÀsion: 420 mm

Zylinderdurchmesser Zahnrad: 560 mm

Kessel

Kesseldruck: 14 bar

RostflÀche / HeizflÀche: 1,3 m2 / 63 m2

Siede- / Rauchrohre: 95 / 15 Rohre

Kesselwasser-Inhalt: 2,6 m3

Leistung: 600 PS (440 kW) Wasservorrat: 3,15 m3

Kohlenvorrat: ca. 1,3 t

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